Rückblick 2020

IMG_4803.jpeg
Videokonferenz mit Frederick Thomas

19. Oktober 2020

Frederick und seiner Familie geht es persönlich gut. Die Situation für die Bevölkerung von Kerala hat sich nach seiner Einschätzung jedoch weiter verschlechtert. Die gesamte Tourismusbranche ist aufgrund der Pandemie total zum Erliegen gekommen und somit sind auch Tausende von Arbeitsplätzen betroffen. Die Gesellschaft leidet, es besteht immer noch ein Lockdown und die meist als Tagelöhner arbeitenden Dorfbewohner und Fischer haben keinerlei Einkommen. Immer mehr Verzweifelte wählen den Selbstmord als letzten Ausweg. Ein von der Regierung versprochenes „Coronageld“ ist bis heute nicht bei den Bedürftigen angekommen. Covid-19 trifft in Indien vor allem die Armen, sie können sich keine Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte leisten, werden deshalb von Familienangehörigen gepflegt und stecken diese dann an. Bei einem positiven Corona-Test muss man in eine der staatlichen Isolationskrankenstationen.

 

·         Schulen noch geschlossen, Unterricht digital per Smartphone

Die Schulen sind immer noch geschlossen und wurden mit Ausnahme der «St.Therese Residential School» von der Regierung als Corona-Isolationskrankenstationen beschlagnahmt. Dadurch sind die Schulkinder und die Schüler der beiden Schulheime bei ihren Familien oder anderen Personen untergebracht. Die von Frederick ausgebildeten Animatorinnen versuchen in regelmäßigen Abständen die Kinder zu besuchen und berichten dann an ihn. Leider geht es nicht allen Kindern gut, es wird von Hunger, Krankheiten, aber auch von körperlicher und seelischer Gewalt berichtet. Mit unseren Spenden versucht er, die größte Not zu lindern, kauft Grundnahrungsmittel oder bezahlt medizinische Behandlungen.

 

Da an alle Schüler Smartphones verteilt worden sind, können die Lehrer online aus der «St.Therese Residential School» unterrichten. Zurzeit finden Zwischenprüfungen statt. Einmal pro Woche kommen die Schüler gruppenweise in diese Schule um sich «real» mit den Lehrern auszutauschen. Die Lehrer gehen z.T. auch mit den Animatorinnen in die Dörfer, um besonders schwache Schüler zu unterstützen. Die Studenten der Hotelfachschule erhalten online Anleitung, z.B. zum Kochen und führen den praktischen Unterricht zuhause aus.Die «Marion Public»- und die «Rosa Mystica Residential»-School werden zurzeit als Corona-Isolationsstationen genutzt. Dort sind jeweils ca. 150 Corona-Infizierte untergebracht. Für das Essen der 300 sich in Isolation befindenden Personen kommt die Regierung auf. Frederick lässt zusätzliche Snacks an die Kranken verteilen.

 

·         Hotel

Das Resort ist geschlossen, aber Frederick hat niemanden entlassen. Er zahlt den Therapeuten und Arbeitern weiterhin min. 50% ihres Gehaltes. Sie kommen täglich zur Arbeit und werden für Unterhaltsarbeiten, der Gartenpflege und im biologischen Gemüsebau eingesetzt. Ein Amphitheater wurde während der Sommermonate von den Hotelangestellten gebaut. Auf die Frage, wie lange Fredrick so weiter machen möchte, meinte er: «Ich denke nicht so weit, ich mache einfach und helfe einfach, so lang ich kann».

 

·         Kloster

Im Kloster sind neue Aspirantinnen eingetreten, 8 junge Frauen aus Nordindien und 4 aus Kerala, die eine religiöse Ausbildung im Kloster machen möchten. Frederick macht sich Sorgen, da das Mutterhaus des Karmelitinnen Ordens bis zum 16. Mai 2021 vier ältere Nonnen aus dem Kloster in BETHSAIDA abrufen will. Wer ersetzt das Wissen und die Erfahrung dieser erfahrenen Schwestern als Ausbildnerinnen?

 

·         Hafen

Der Hafen wird weiter gebaut. Das ursprüngliche Versprechen der Regierung, der enteigneten lokalen Bevölkerung Arbeit beim Hafenbau zu geben, wurde nicht gehalten, da die Aufträge an Subunternehmen weitervergeben worden sind.

IMG_5113_edited.jpg
Herbstwanderung

20. September 2020

13 Personen fanden sich am Sonntag, 20. September 2020 am Treffpunkt des HB Zürichs zur Herbstwanderung ein. Mit der S10 fuhren wir bei Nebel hinauf auf den Uetliberg. Kaum oben angekommen, kämpften sich die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken hindurch. Bei herrlichem Herbstwetter wanderten wir entlang des Höhenweges zum Restaurant Felsenegg. Hinab ging es dann in 5 Minuten mit der Luftseilbahn nach Adliswil.

9C650059-EAB5-4266-B992-FEB82D990320.jpe
Videokonferenz mit Frederick Thomas

4. Juli 2020

Unsere Jahressitzung mit Frederick und dem Vorstand fand dieses Jahr als Videokonferenz statt.

 

Frederick sagte, dass es in Kerala nach wie vor nur wenig Infizierte hat und die Lage unter Kontrolle zu sein scheint.

 

Schulen: Die Zeit der nationalen Ausgangssperre war fast identisch mit der Zeit der grossen Sommerferien. Die Schüler haben von Mitte April bis Anfang Juni Ferien. Während des nationalen Lockdowns (= Schulferien) haben die Lehrer nur das halbe Gehalt bekommen. Die Schüler der Marion Public School (MPS) und der Residental Schools (ehemaligen Waisenhausschulen) erhalten seit Mitte Juni Online-Unterricht. Zuvor erhielten die Lehrkräfte eine Weiterbildung über das Online Unterrichten durch einen Experten. Jeweils die Hälfte der LehrerInnen (das sind ca. 60 – 70 Personen, total ca. 140 Lehrer) unterrichten die Kinder online. Die Lehrer erhalten nun wieder den vollen Lohn. Die Kinder müssen zuhause mit Hilfe ihrer Eltern oder Verwandten die Unterrichtseinheiten auf ihre Smartphones downloaden. Gruppenweise kommen sie in die MPS, machen Ausstellungen und verschiedene andere Aktivitäten (Malen, Tanzen, Schreiben). Der normale Schulunterricht sollte ab August wieder aufgenommen werden können. Für den Online Unterricht wurden bisher 75 Smartphones an Schüler verteilt. Es fehlen nach wie vor Smartphones, aber durch den Lockdown sind diese momentan nicht aus China verfügbar. Das Rosa Mystica Knabenhaus wird vom Staat als Quarantäne Unterkunft genutzt.

 

Dörfer: Die Animatorinnen versammeln die Schulkinder in den Dörfern und helfen ihnen mit dem Online-Unterricht. Nach wie vor unterstützt BETHSAIDA 150 bedürftige Familien durch die Abgabe von Nahrungsmitteln z.T. aus eigener Produktion.

image8_edited.jpg
Aktuelle Situation in BETHSAIDA

20. Mai 2020

Die Corona-Krise trifft auch BETHSAIDA stark. Die Mitarbeiter, welche nicht durch den Lockdown gezwungen sind, zu Hause zu bleiben, machen Renovationsarbeiten und werden für den Bio-Landbau eingesetzt. Sie widmen sich auch dem traditionellen Handwerk, wie z.B. der Verarbeitung und Verwertung von Kokosnüssen. Die Lehrer lernen das «online teaching» und bereiten dies für die Schüler der Marion Public School vor, die ab Juni Fernunterricht erhalten sollen. Alle Kinder der Wohnheime und Schulen sind bei ihren Familien, Verwandten oder in anderer Obhut in ihren Dörfern. Die Schulgebäude mussten für den Notfall gereinigt und desinfiziert werden, um als Krankenstationen zur Verfügung zu stehen. Es bereitet Frederick grosse Sorge, wie es den Kindern im häuslichen und dörflichen Umfeld ergeht und man versucht, so weit möglich, Kontakt zu halten.


Weil der Lockdown für die ärmere Bevölkerungsschicht auch in der Region um BETHSAIDA lebensbedrohend ist
(kein Lohn, keine soziale Absicherung, etc.), verteilt Frederick an 54 Familien wöchentlich Grundnahrungsmittel Pakete und Biogemüse. Zusätzlich versorgt er Wanderarbeiter, die durch den Lockdown in der Region festsitzen.
«Ich meditiere viel, bete viel und versuche ruhig zu bleiben in dieser Zeit. Wir können täglich das tun was möglich ist und morgen ist ein neuer Tag mit dem wir umgehen werden. Für einige Monate können wir so leben. Dauert es länger, werden wir Schwierigkeiten haben.», berichtet er.

20200201_104843.jpeg
Dankesfest an der MPS

Februar 2020

von Anita Clerc und Pietro Rossini


Anlässlich der Mitgliederreise im Februar 2020 sind wir, eine Delegation des Vorstandes sowie Mitglieder des Vereins, zu einem Dankesfest eingeladen, um die 20 Jahre Unterstützung für BETHSAIDA zu feiern. In der Aula der MPS ist die ganze Schule versammelt und wir werden mit Hausblasmusik empfangen. Auf der Bühne sitzen die geistlichen Leiter der Schule: Father Bernardine und Schwester Simone. Die Feier beginnt mit Danksagungen an die Verantwortlichen, die LehrerInnen, die Freunde in der Schweiz und in Deutschland.


Viele Eltern und Angehörige der Schüler mit kleinen Kindern nehmen teil. Während 3 Stunden werden von allen Klassen der Schule Tänze dargeboten. Dazu ertönt laute Musik aus riesigen Lautsprechern! Grosse Dankbarkeit und Lebensfreude ist spürbar.